Presseartikel


Ausgabe vom Donnerstag, 16. Oktober 2003

Nordhorn: Internetseiten mit einem gehörigen Tiefgang

 

Von Steffen Burkert

Serie "U-Boot-Zentrale" des Nordhorners Karsten Schnepf stoßen auf internationales Interesse

Nordhorn Wer die Internetseiten von Karsten Schnepf besucht, der taucht ab in die Welt der U-Boote im Zweiten Weltkrieg. Technische Daten, Geleitzüge, Kommandanten der Nordhorner hat einfach alles in seiner "U-Boot-Zentrale" aufgeschrieben.

"Ich hätte nie gedacht, dass die Seite jemals so groß wird", erzählt der 36-Jährige. Und auch das große Interesse, das seine Seite weltweit findet, hat ihn überrascht. Rückmeldungen sind schon aus Brasilien, Irland, England, Belgien und den Niederlanden eingetroffen. Seit zwei Jahren ist die Seite mittlerweile online, täglich wird sie 20 bis 25 Mal angeklickt. "Vor wenigen Tagen habe ich die 10000er-Schallmauer durchbrochen", berichtet Karsten Schnepf nicht ohne Stolz.

Sein Interesse für die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs hat der gebürtige Nordhorner bereits vor rund 25 Jahren entdeckt. "Mein Vater war Soldat, der hat mir oft erzählt, was er erlebt hat", berichtet der gelernte Kaufmann. "Bedrückend" seien diese Erzählungen gewesen, erinnert er sich. Und als "schockierend" empfand er seinen ersten Besuch im schleswig-holsteinischen Laboe, wo er ein original U-Boot besichtigte. So sehr ihn die Technik auch begeistert er sieht sie immer in Zusammenhang mit dem Leid, das sich in den engen Booten abspielte. "Von 44000 Soldaten in den Schiffen sind damals 33000 umgekommen", schildert Schnepf die Kriegsereignisse. "Meine Generation kann sich das doch heute gar nicht mehr vorstellen", meint der 36-Jährige. Karsten Schnepf selbst war nie bei der Bundeswehr.

Nachdem er dies erzählt hat, stellt er klar: "Ich will den Krieg nicht verherrlichen, im Gegenteil: Die Seiten sollen ein Mahnmal sein." So arbeitet er zurzeit daran, die Namen sämtlicher Besatzungsmitglieder zusammen zu stellen. Einen dicken Ordner voll hat er schon, die meiste Arbeit steht ihm jedoch noch bevor: "9000 Namen habe ich, 35000 fehlen noch."

Probleme bereiten ihm vor allem Urheberrechte. "Einfach von anderen Seiten runterklauen, das mache ich nicht", betont der gelernte Kaufmann, der zurzeit auf der Suche nach einem Arbeitsplatz ist. Wann immer er Bilder oder Texte aus Büchern oder aus dem Internet übernimmt, holt er zuvor die Genehmigungen der Verlage ein und nennt die Quellen. Schließlich will er ja auch nicht, dass andere seine Arbeit "klauen". Denn die war mühsam genug: "Jeden Buchstaben, jede Zahl habe ich von Hand eingetippt", betont Karsten Schnepf.


 

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