Geschichte des U-Bootkrieges

PHASE V

 

Trotz der Erkenntnis, dass der U-Boot-Krieg im Atlantik für die deutschen U-Boote kaum noch zu gewinnen war, wurden bis zum Kriegsende weitere Boote losgeschickt, um große Mengen an Schiffen, Flugzeugen und Soldaten der Alliierten an die U-Boot-Bekämpfung zu binden. Als nach der Invasion in Nordfrankreich die Basen in Frankreich verloren gingen, wurden die U-Boote nach Norwegen verlegt. Auf die verbesserten Jagdtechniken der Alliierten reagierte die Kriegsmarine mit eigenen technischen Verbesserungen: Der Schnorchel , eine niederländische Vorkriegsentwicklung, welche die Kriegsmarine zunächst nicht überzeugt hatte, wurde auf zahlreichen Booten nachgerüstet oder noch vor Fertigstellung des Bootes eingebaut. Bei den Typen XXI und XXIII war er als einziehbarer Teleskopmast in den Turm integriert.>

Bei den älteren Typen war der Schnorchelmast an der Steuerbordseite des Turms und wurde auf das Deck niedergelegt, wenn er nicht in Betrieb war. Er ermöglichte eine Unterwasserfahrt mit den Dieselmotoren, um die Batterien zu laden und das Boot zu durchlüften. Dies war nur bei ruhiger See und mit genauester Tiefensteuerung möglich, weil sonst der Schnorchelkopf unter Wasser geraten konnte, was zum Absterben der Motoren und im Boot zu unangenehmem Unterdruck führte, weshalb viele Kommandanten zunächst skeptisch waren und den Schnorchel nicht oder nur selten nutzten. Weitere deutsche Neuerungen waren zielsuchende Torpedos, aus den Torpedorohren ausstoßbare Sonarstörkörper ( Bold ), sonarabsorbierende Rumpf- und Schnorchelbeschichtungen, aktive und passive Unter- und Überwasserortungsgeräte. Auch die Entwicklung neuer Bootstypen, wie des Typs XXI , und des Typs XXIII wurden forciert.

Alternative Antriebskonzepte wurden erprobt ( Typ XVII mit Walter-Turbine ). Von diesen neuentwickelten Bootsklassen kamen jedoch nur noch wenige Typ XXIII-Boote zu Erfolgen, die meisten neuen Boote waren bei Kriegsende noch in der Ausbildung. Der Tonnagekrieg war jedoch trotz der späten deutschen Rüstungsbemühungen entschieden: 1943 gingen insgesamt 287 deutsche U-Boote verloren, fast doppelt so viele wie zusammengerechnet in den drei Jahren davor, während die versenkte Tonnage abnahm: 1943 wurden nur noch 3,5 Millionen BRT versenkt, weniger, als die Alliierten durch Bauprogramme für standardisierte Schiffe ( Liberty-Frachter ) neu in Dienst stellten. Diese Entwicklung setzte sich bis zum Kriegsende fort: 1944 und 1945 wurden nur noch 1,5 Millionen BRT versenkt. Dem gegenüber standen 241 verlorene U-Boote im Jahre 1944 und weitere 153 U-Boote von Januar bis Mai 1945.


Phase 4

 

 

 

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