Die Einsatzräume der U-Boote / Monsunboote

       
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Die Monsun-Boote

U-Boote vom Typ IX D2 waren Langstreckenboote und wurde daher auch als sogenannte
Monsun-Boote (Ostasienboote) eingesetzt. Ab 1943 wurden von Penang, einer Basis im heutigen Malaysia,
Operationen im Pazifik, aber auch im Indischen Ozean durchgeführt. Grund dafür war der Wunsch der japanischen
Verbündeten, die deutsche U-Boottechnik studieren zu können. Als Nebeneffekt hoffte Karl Dönitz die noch ungesicherte Handelsschifffahrt in diesen Gewässern empfindlich stören zu können und Erfolge zu sichern.

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Die U-Boote transportierten von und nach Fernost seltene Rohstoffe, Technologien und Passagiere. Dieser
Transfer überstieg jedoch die maximale Reichweite der U-Boote, so dass komplizierte Vorbereitungen getroffen
werden mussten, um unterwegs Boote von anderen U-Booten oder Tankern mit Vorräten versorgen zu können

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U 511 war das erste Boot, dass an Japan übergeben wurde und als RO-500 in die kaiserliche japanische
Marine in Dienst gestellt wurde. Die Besatzung von U 511 bildete den Stab der Basis in Penang und diente
als Ersatzpersonal für die späteren Monsunboote. Im September 1943 erreichten 5 Boote den Indischen Ozean.
Sogenannte „Milchkühe“, ein Boot vom Typ XIV, sollten dabei die Versorgung der Boote übernehmen. Sie wurden
aber entweder von den Alliierten versenkt oder mussten wieder aus verschiedenen Gründen in den Hafen zurückkehren.
Von den 11 Booten der ersten Welle übernahmen dabei 2 Boote die Rolle der Versorger. 4 Boote wurden bereits im Atlantik versenkt, die anderen 5 Boote, die schließlich den Indischen Ozean erreichten, versenkten dort
mehrere alliierte Handelsschiffe.

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Von den 4 U-Booten, der zweiten Welle, erreichte lediglich U 510 Penang. Die 3 übrigen Boote wurden im
Südatlantik versenkt. Auch U 510 erzielte Erfolge im Indischen Ozean. Schließlich wurden 3 Boote der ersten
Welle wegen Torpedomangels wieder zurück nach Frankreich beordert.

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Trotz der Verluste schien der Nutzen der Boote in Fernost zu überwiegen, sodass weitere Boote in dieses
Gebiet geschickt wurden. Zu diesen gehörten zwei der Torpedotransporter des Typs VII F, von denen einer
Penang erreichte, Boote, die zu reinen Transportbooten umgebaut worden waren, wie auch weitere Boote für
Kriegspatrouillen. Den Höhepunkt erreichte die Aktivität der deutschen U-Boote im Pazifik im Juli und August 1944.
Die wenigsten der Boote erreichten allerdings wieder Basen in Frankreich. Von Penang aus wurden auch
einige Feindfahrten unternommen, die wieder in Penang endeten. Die markanteste ist die Patrouille von U 862 , das
als einziges deutsches U-Boot in den Pazifik eindrang und vor der australischen Ostküste ein
amerikanisches Handelsschiff versenkte

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Der Transport von Material zwischen Deutschland und Japan war so wichtig, dass noch im April 1945 U 234 unter
dem Komanndo von Kptl. Johann Heinrich Fehler mit einer Ladung aus Uranoxid , einem komplett zerlegten Flugzeug
vom Typ Me-262 und einer V-2, deutschen Technikern und zwei japanischen Offizieren von einer Basis in Norwegen
in Richtung Japan auslief. Über „Ultra“ bekamen die Alliierten Informationen über Ladung und Ziel des Bootes. Das Boot
ergab sich nach Kriegsende in einem amerikanischen Hafen.

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Insgesamt operierten 41 Boote der Kriegsmarine ab 1943 in
ostasiatischen Gewässern.

 

 

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